Gartenentwicklung und Gartenerträge 2012.

Seit Oktober 2011 haben gärtnern wir nun zusammen auf einem 3000qm großen Stück Land. Frank hat dazu schon  hier und hier eimal etwas geschrieben.

Hier soll nun die Beschreibung der Gartenerträge erfolgen. Zunächst die Listen der Erträge. Wir schreiben, welche Pflanzen gut kamen und was wir im nächstes Jahr anders machen wollen – bis jetzt. Den das ist noch in heißer Entwicklung. Im Anschluß werden wir  noch zu einzelnen Projekten etwas schreiben, die wir vorangebracht haben und was im nächsten Jahr geplant ist.

Ernte 2012

Eine Auswahl der Ernte 2012.

Ernteauswahl 2012.

Enricos Ernte

Ich habe  2012  in 2 Gärten (insgesamt 3200qm) erfolgreich gegärtnert.  Ich habe Obst, Gemüse und Honig im Wert von ca. 600 Euro wurde geerntet. Wir haben im Garten in Prisdorf den Boden mit Hilfe von zugekauftem Kompost und Gründünger verbessert.

Erträge 2012

Prisdorf

  • Radieschen 1 Bund
  • Salat 7 Stück
  • Puffbohne 14,5kg
  • Fenchel 7 Stück
  • Kartoffeln 30 kg
  • Zwiebeln 1 Korb
  • Zuccini 3 Stück
  • Weizen 1 Schale
  • Roggen 1 Schale
  • Weißkohl 3kg
  • Kohlrabi 1 Stück
  • ein Weihnachtsbaum

Barmbek

  • Radieschen 11 Bund
  • Salat 20 Stück
  • Spinat 1,7 kg
  • Erbsen 2kg
  • Kartoffeln 26.2kg
  • Erdbeeren 1kg
  • Buschbohne 1,2kg
  • Knoblauch 4 Stück
  • Rote Beete 0,5kg
  • Zuccini 4 Stück
  • Honig 11 kg
  • Heidelbeeren kleine Schale
  • Tomate kleine Schale
  • Schwarzwurzel Ernte ausstehend
  • Topinambur Ernte ausstehend
  • Himbeere kleine Schale
  • Johannisbeere 300g

Was lief gut?

Anspruchslose Pflanzen wie die Puffbohne, Kartoffeln, Zuccini, Radieschen, Fenchel, Schwarzwurzel, Topinambur, Knoblauch und Salat wurden reichlich geerntet. Zwei kleine Experimente nach Fukuokas Natural Farming liefen toll. Ein Bienenvolk hat 11kg Honig abgeworfen. Die Herstellung von Wein und Sauerkraut liefen erfolgreich. Der Zusammenhalt in der Gruppe ist fantastisch.

Was lief nicht so gut?

Da der zugekaufte Kompost in Prisdorf sehr steril war, blieben die Erträge doch etwas zurück. Auch gab es Schäden an den Kartoffeln. Rot- und Weißkohl wurden von Enrico zu dicht gepflanzt. Dadurch wurden die Köpfe auch sehr klein. Die Ernte von Roter Beete, Poree, Möhren, Weizen, Roggen und Zwiebeln war mieserabel. Auch die Stangenbohne machte in Prisdorf Probleme.

Ausblick auf 2013:

3 unserer Gärtner werden uns in Prisdorf leider berufsbedingt verlassen. Ein herzlichen Dank nochmal an Sophie, Hermann und Olaf! Die Zeit mit euch war super schön. Ich möchte die Produktion 2013 verdoppeln und Schwerpunkte auf Kompostierung, Pflanzenvergesellschaftung sowie auf den Anbau von Möhren und Porree zu setzen. Auch der Honigertrag sollte sich mit 3 neuen Völkern steigern lassen. Einen besonderen Schwerpunkt bildet für mich im nächsten Jahr auch die Fermentation von Gemüse in Zusammenarbeit mit Hans Georg vom Zaubertrank (www.zaubertrank-hamburg.de).

Franks Ernte

Ich hatte ebenfalls zwei Gärten für die Ernte. Einmal Prisdorf und einmal in Pinneberg. Zunächst hier erst einmal die Ertragsliste:

Prisdorf

Gemüse

  • Spinat: 2kg
  • Erbsen: 1kg
  • Bohnen: 3 kg (überwiegend) weiße Saubohnen
  • Kartoffeln: 6kg
  • Zucchini: 6 Stück (circa 4kg)
  • Kürbis: 5 Stück (circa 8 kg)
  • Grünkohl: 5kg
  • Weißkohl: 8kg
  • Rotkohl: 2kg
  • Tomate: 2,5kg
  • Salat: 5 Stück (circa 2,5kg)
  • Zwiebeln: 5 Stück (circa 0,5 kg)
  • Kohlrabi: 4 Stück (circa 1kg)
  • Möhren: 4 stück (circa 200g)
  • Rote Beete: 1kg
  • Rettich: 6kg
  • Diverse Kräuter
Kohlernte 2012

Kohlernte 2012

Obst

  • Pflaumen: 2,5kg
  • Quitten: 1,5kg
  • Kirschen: 1kg
  • Äpfel: 25kg
  • Apfelwein: 20 Liter

Zusätzlich aus Pinneberg

  • 6 Fenchel (2kg)
  • 8 Salatköpfe (2,3kg)
  • 6 Gurken (2kg)
  • 1 kg Tomaten
  • 2 Kürbisse (4kg)
  • 3 Schalen Himbeeren (600g)

Saat (in x-facher Menge eingesetzter Saat)

  • Brokkoli 30x
  • Bohnen 6x
  • Erbsen 4x
  • Kapuzinerkresse: 10x
  • Sonnenblumenkerne: 1kg

Pilze

  • 1kg Austernpilze
Austernpilze in Blechdosen

Austernpilze in Blechdosen

Summe: 57,5 kg Gemüse, 30kg Obst, 20 Liter Apfelwein zusätzlich ca. 12kg und Saat sowie ein kg Pilze.

Ich bezifferen den finanziellen Wert mit circa 380 Euro. Die investierte Zeit betrug circa 3,5h pro Woche (180 Stunden im Jahr). De größte Zeitanteil ging jedoch in die Beetvorbereitung, die nächstes Jahr nicht wiederholt werden muss. Außerdem haben wir an vielen Projekten gearbeitet, die nicht direkt zu Ernten führen.

Einge Pflanzen gingen nicht gut: darunter u.a. Kartoffeln, Mais, Buschbohnen, Karotten, Pastinaken und Tompinabur – die Gemüseernte hätte andernfalls leicht doppelt so hoch ausfallen können! Der Lehmboden war trotz Einarbeitung umfangreicher Humusmengen nicht für Wurzelgemüse geeignet. Auch die Apfelernte war dieses Jahr sehr enttäuschend. Allerdings war sie wohl im ganzen Gebiet nicht besonders gut – wegen der Spätfröste. Eine Gegenmaßnahme – wie ich in Lammas in Wales  gelernte habe – ist das Mulchen im Spätwinter: so hält man den Frost etwas länger im Boden, wodurch die Blüten im Jahr etwas später kommen (1-2 Wochen), was ggf. reicht die Spätfröste zu umgehen! Nachmachen!

Gärtner im Jahr 2013.

Ich werde hier 2013 mehr mit überirdischen Anbaumethoden arbeiten: Kartoffeltürme, Hochbeete usw. Enrico hat es auf seinem Flächenteil im Garten  vorgemacht und (2012) fast 60kg Kartoffeln geerntet! Um insgesamt den Verlust durch Unkraut zu begrenzen (vor allem Quecken) werde ich im 2013 intensiver mulchen (mit Stroh). Auch werde ich mich darum Bemühen den Boden mit Pferde- und Schweinemist fruchtbarer zu machen (Pferdestall und Schweinzucht in der Nähe).

Ich will im nächsten Jahr zusätzlich zu den einjährigen Gemüsepflanzen mit mehrjährigen Gemüsepflanzen arbeiten. Dazu gehört z.B. Guter Heinrich (Spinat und Brokkoli-Ersatz). Außerdem möchte ich mich Kräuterauszügen und -jauchen Arbeiten, um dem Bodenleben adäquatere Ernährung zukommen zu lassen. Das ist wichtig, den entgegen der von Justus von Liebig geprägten Vorstellung, nach der sich Pflanzen allein von im Wasser gelösten Ionen etc. ernähre, werden Pflanzen in Wahrheit durch komplexe Wechselwirkungen mit dem Bodenleben (Einzeller, Bakterien und Pilze) u.a. mit großen Molekülen adäquat ernährt. Das ist auch ein Grund für die Anfälligkeit regulärer Ackerbaumethoden und deren Bedarf für chemische „Schutzmittel“ (den Schutzen tun die nicht: die machen noch mehr kaputt). Aber zur Landwirtschaft a.a.O. mehr.

Weitere Projekte.

Wir haben im Vordergarten einen Blumenwall gepflanzt…

Blumenwall

Blumenwall

… und Beete entlang des Weges mit Lavendel und Rosen gespickt.

Typische Arbeitsverteilung: Sophia macht die Arbeit und Frank spielt mit der Puppe :)

Typische Arbeitsverteilung: Sophia (Maik und Lenes Tochter) macht die Arbeit und Frank spielt mit der Puppe 🙂

Der Teich ist leider immer noch nicht dicht, aber Frank gibt noch nicht auf und versucht ihn weiter mit natürlichen Methoden zu isolieren. Enrico und Frank haben einen Kaninchenstall gebaut.

Enrico beim Hasenstallbau.

Enrico beim Hasenstallbau.

Sebi, Hermann, Uwe, Anne und Frank haben ein Lastenrad gebaut.

Lastenrad fast fertig.

Lastenrad fast fertig.

Unter Anleitung von Stefan und Sophie haben wir unsere Bäume weiter beschnitten. Mehrer Male haben wir die Hütte neu strukturiert und dort jetzt eine Planwand angebracht: ein Whiteboard haben wir mit großen transparenten, wiederbeschreibbaren Folien bestückt: so können wir jetzt auf mehrern Ebenen Dinge zu Planungszwecken zeichnen. Wir haben mehrere kleine und ein großes Fest gefeiert. Der Wasserlauf von den Wasserkontainern hinterm Haus in den Garten funktioniert (bis auf den undichten Teich). Die Komposttoilette ist fast fertig. Wir haben insgeamt drei Bienenvölker und bis heute (2. Januar 2013) scheinen sie alle noch zu leben. Wir haben Pfirische in zwei Obstbaumlebensgemeinschaften gepflanzt, die Hermann und Maik angelegt haben, wir haben mehrere Komposthaufen – einen sogar kurzzeitig Mal heiß (ging aber wieder aus, weil man den wirklich (!) alle zwei Tage wenden muss und wir alle (noch) zu weit weg wohnen). Hermann und Frank haben Holz mit Shitake-Pilzstiften bestückt und Braunkappe an einer geeigneten Stelle in den Boden eingebracht (leider ohne Erfolg, bei Shitake wissen wir das freilich noch nicht).

Mandala Garten im Herbst 2012.

Mandala Garten im Herbst 2012 (nach der Sonnenblumenernte).

Projekte in 2013

Im nächsten Jahr ist die Erweiterung des Teichs geplant. Wir wollen mehr Bienenvölker. Wir werden die Beete im rechten Teil des Gartens restrukturieren und mit Getreideanbau experimentieren (bis November 2012 haben wir nie jemanden getroffen, der meinte es wäre einfach möglich sein eigenes Getreide anzubauen, dann hat Frank Erwin Zachl kennengelernt, der sagt: „ach das is a Scharn!“ und erklärt wie man mit 5 Tagen und etwas Kraft gut 180kg Roggen auf 200qm ernten kann: wir probieren es mal auf 30-50qm). Im Vordergarten soll die neue Feuerstelle und ein Bereich zum Entspannen entstehen. Im Garten hinten rechts soll ein weitere Sozialbereich enstehen. Die gehauenen Fichten wollen wir für ein Anlehngewächshaus am Bau hinten im Garten recyclen, außerdem wollen wir die Wände des Anbaus mit Stroh isolieren. Außerdem werden wir noch ein oder zwei Hühnertraktoren bauen – natürlich mit anschließender Hühnerhaltung. Bestimmt fällt uns noch viel weiteres ein, dazu dann aber a.a.O.

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Apfelpressen im Permakultur-Garten in Pinneberg (mit Videos!).

Liebe Freunde vom Permakultur-Garten in Pinneberg,

an den letzten Wochenenden haben wir die Äpfel der 35 Apfelbäume in unseren Garten zu einem großen Teil zu Apfelsaft verarbeitet. Was wir nicht getrunken haben, haben wir in zwei große Glasballons gefüllt aus dem wir – wie im letzten Jahr auch Apfelwein herstellen. Dieses Jahr haben wir nicht mühselig daheim mit der Tischzentrifugenpresse zuhause, sondern mit einer kleinen Rahmenpresse gearbeitet, die Sebi für zwei Wochenende ausleihen konnte. In bewegten Bildern beschreibe ich den Prozess grob in den zwei folgenden Videos. Viel Spaß damit!

Apfelpressen im Permakultur-Garten in Pinneberg – Teil 1.

Und Teil 2. Apfelpressen im Permakultur-Garten in Pinneberg – Teil 2.


Verwendet haben wir folgende „Hardware“.

Der in Ballons angefüllte frische Apfelsaft der per Hefezugabe geimpft wurde wird zu Apfelwein. Chemisch gesehen handelt es sich um die sog. alkoholische Gärung (die Feuerzangenbowle lässt grüßen). Die Hefen wandeln den Zucker in Alkohol um. Wird der Wein schlecht wird daraus Essig und wenn der auch schlecht ist, habt ihr immer noch Tischreiniger.

Den Trester: also die ausgequetschten Apfelreste haben wir übrigends zusammen mit gehäckseltem Grünzeug in den Boden als Nährstoffe für das Edaphon (=Bodenleben) untergegraben, um die Fruchtbarkeit zu steigern. Zur Bedeutung und Ernährung des Edaphons gibt es beizeiten (vermutlich im Frühjahr 2013) nochmal einen separaten Artikel.

Wenn ihr euch erst einmal informieren wollt und in Hamburg wohnt, dann besucht entweder den Zaubertrank (Webseite: hier könnt ihr euch auch gleich euer Obst pressen lassen!) oder Die Hobbywinzerei von Rolf Manstein (Webseite: für Ballons usw.). Viele Infos gibt es unter http://fruchtweinkeller.de/. Wer lieber ein Buch mag: Rolf Manstein von der Hobbywinzerei hat mir Kitzinger Weinbuch emfohlen. Geschadet hat es mir nicht. 

Ein rechtlicher Hinweis: für den Eigenbedarf gibt es bei der Weinherstellung in Deutschland keine Obermenge im Gegensatz zu selbstfabriziertem Bier, bei dem ab 200 Liter eine Anmeldungspficht besteht. Bei Brandtweinen herschen noch deutlich strengere Regeln: auf alles über 0,5 Liter muss Brandtweinsteuer entrichtet werden. NB: wir haben eine Zollmitarbeiterin im Team 🙂

Aus gesundheitlichen Gründen bietet es sich auch in jedem Fall an sauber zu arbeiten. Etwa sollten keine holzigen Teile im Gärgefäß schwimmen. Laut Erwin Zachl können so sonst vermehrt Fusselalkohole entstehen. Wir haben den frisch-gepressten Wein beim Abfüllen durch ein Filtersieb geschüttet. Im letzten Jahr haben wir bereits 20 Liter verbraucht und alles lief gut.

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Der Wandel erreicht Hamburg – machen Sie mit!

Zusammen wollen das Transition Hamburg Netzwerk, das Permakultur Institut e.V. sowie die Permakultur Akademie als Zweckbetrieb des Instituts euch mit Ideen, Konzepten und praktischen Anregungen versorgen, sodass ihr euere Gemeinschaft und euer Leben nachhaltiger und resilienter (=krisenstabiler) gestalten kennt. Gemeinsam mit Ihnen und allen Menschen aus Hamburg, die aktiv werden möchten, wollen wir den Wandel in Hamburg fördern und gestalten.

Die Permakultur bietet eine Vielzahl von Methoden und gestalterischen Werkzeugen, um unsere und die Vitalität unserer Mitwelt wieder zu erhöhen – ohne auszubeuten, sondern stattdessen zu fördern.
Die Transition Town-Initiative nutzt diese Methoden und überträgt sie konkret in die urbanen Strukturen.

Aber Methoden und Werkzeuge sind Theorie, wenn sie nicht angewendet oder benutzt werden: Daher braucht es Sie und Andere.

Wir haben uns für Hamburg als Dreiergespann zusammengeschlossen, um Hamburgern über eine Reihe von Kursen und Workshops das Rüstzeug an die Hand zu geben.
Wir beginnen im Januar 2013 mit einem Einführungs-Workshop Permakultur, in dem wir das hier zeitlich bedingt nur kurz Angerissene vertiefen werden. Diese Kurse finden in Kooperation mit der Permakultur Akademie statt.
Es folgen acht Ein-Tages-Seminare zu speziellen Themen aus der Permakultur oder aus angrenzenden Bereichen. Zu den möglichen Themen hier eine Umfrage, damit wir möglichst ihre Ideen und Vorstellungen berücksichtigen können.

Die Permakultur ist ein offenes, vitales Konzept, das andere förderliche Disziplinen mit einbezieht. Die Seminare werden von Transition Hamburg koordiniert. Ein weiterer Einführungskurs in der Mitte der Seminar-Reihe ermöglicht es Nachzüglern, den Anschuss zu finden.

Krönender Abschluss dieser Reihe wird ein zwei-wöchiger Permakultur-Design-Kurs sein, welcher von Jillian Hovey, einer kanadischen Permakultur-Designerin mit internationalem Renommee, geleitet wird. Dieser wird Ende Juni 2013 stattfinden und ebenfalls von der Permakultur Akademie ausgerichtet sein.

Das Permakultur Institut ist als gemeinnütziger Verein Träger dieser Reihe. Somit werden mögliche Überschüsse aus den Kursbeiträgen zur Förderung von weiteren Projekten eingesetzt.
Wir würden uns freuen, wenn wir Ihr Interesse wecken können. Unserer Engagement und Angebot an Sie entsteht, da wir eine nachhaltige und zukunftsfähige Lebensweise zu unserer Lebensaufgabe gemacht haben – und wir hoffen, auch Ihre Herzen dafür gewinnen zu können.
Über jede Unterstützung freuen wir uns: Nehmen Sie unser Kurs- und Workshopangebot wahr und werden Sie aktiv!

Sie haben Gärten oder Landflächen: fördern Sie mit uns die lebendige Vielfalt! Sie haben Wissen und Know-How, das Anderen helfen kann – wir teilen es untereinander! Und finanzielle Unterstützung ist wie immer auch nötig. Zweckgebundene oder freie Spenden nimmt der Verein des Institus gerne an – auch Mitglied werden, ist natürlich möglich (Mitgliedsantrag für den Download).
Wir hoffen, dass wir uns hier nicht zum einzigen, sondern zum ersten Mal mit Ihnen treffen und freuen uns auf ein Wiedersehen.

Sie möchten mehr Informationen? Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf: Ansprechpartner: Transition Hamburg Ansprechpartner: Permakultur Institut e.V.

Frank Wolf, Tel.: 0176 / 57 03 30 09 David Krüger, Tel.: 040 / 41 00 35 71
Mail: transitionhh@gmx.de Mail: d.krueger@permakultur-institut.de
oder im Internet unter www.transition-hamburg.de| www.permakultur-institut.de | www.permakultur-akademie.net

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Buchrezension – In Harmonie mit der Natur

M. Fukuoka (Quelle Wikipedia)

M. Fukuoka (Quelle Wikipedia)

Der Japaner Masanobu Fukuoka (1914 – 2008) hatte 1985 dieses Buch geschrieben. In ihm geht es im Wesentlichen um die Beschreibung, was Natürlicher Anbau ist, wie man das Feld bestellt, was man unter natürlicher Ernährung versteht und wie man zu einer idealen Gesellschaft gelangt.

Im Alter von 25 Jahren erkannte M. Fukuoka, dass die Menschheit nichts weiß, jedes intellektuelle Wissen unnütz und unzulänglich ist, Dinge keinen Wert haben und jede menschliche Handlung im Angesicht der Absolutheit der Natur nutzlose Mühe sei. Der Mensch ist einfach nicht in der Lage, die Natur in seiner ganzen Komplexität zu begreifen und sollte sich daher in Bescheidenheit üben. Er gab seinen Beruf als Pflanzenpathologe bei der Zollbehörde auf und widmete sich von da an nur noch der Natürlichen Landwirtschaft.

Seine Art der Landwirtschaft zeichnete sich durch das Weglassen vieler Techniken aus. Die Felder werden nicht gepflügt, gejätet, gewässert, chem. gedüngt und gespritzt. Pflanzensamen werden mittels Lehmbällchen über die Felder verteilt, damit Vögel sie nicht so einfach aufpicken können oder er lässt sie sich selbst aussäen. Der Zeitpunkt für die Saat ist dabei sehr entscheidend.  Zu früh oder zu spät ausgebrachte Samen lassen Pflanzen nicht optimal wachsen. Den richtigen Termin, konnte er in der Natur lesen. Brach liegende Flächen sind zu vermeiden. Weiter war es wichtig, Bäume und Sträucher zu pflanzen. Auch Bäume soll man nicht beschneiden, da die Natur meist eine ideale Wuchsform anstrebt. Sind Bäume bereits falsch beschnitten worden, sind sie in eine natürliche Form zurückzuschneiden. Die so angebaute Nahrung ist sehr billig. Der Gewinn aus dieser Art Feldarbeit ist nebensächlich. Ferner sollte sich der Bauer glücklich schätzen, wenn er reiche Ernten hervorbringt.

In der Natur ist normalerweise Nahrung für alle da, für Tiere und Menschen. Alles fand sich in unmittelbarer Umgebung und es gab reichlich von allem. Leider beging der Mensch einen entscheidenden Fehler, und aus Angst vor Nahrungsknappheit, sowie sein Wille jederzeit aus dem Vollen schöpfen zu können, ließ ihn landwirtschaftliche Methoden entwickeln. Dieses führte dazu, dass er sich schwer plagt und keinen Instinkt mehr hat, was gute und was schlechte Nahrung ist. Fukuoka´s Ernährung war einfach, saisonal und regional. Oft gab es Reis mit Gemüse, aber auch Fisch und andere Früchte des Meeres standen auf dem Speiseplan. Gedanken machte er sich besonders über die als gesund geltenden Menschen, um die sich niemand kümmere. Für die Kranken gibt es Ärzte, aber die wirklich Gefährdeten sind die, die als gesund gelten. Sie zu retten und zur natürlichen Ernährung zurück zu führen, gilt als dringende Aufgabe.

Fukuoka beklagt, dass das einzige was in den letzten Jahrzehnten gewachsen sei, ist die Wirtschaft. Aber das Seelenleben der Leute ist verkümmert, die Fähigkeit natürliche Freuden zu empfinden, ging verloren. Die Menschen widmen sich lieber standardisierten Formen der Freizeitbeschäftigung wie Fernsehen oder flüchten sich in Alkohol. Die Errettung der Menschen, kann nur über einen Weg zurück zur Natürlichen Landwirtschaft erfolgen. Dazu appelliert er an jeden, sich ein Stück Land (1000qm pro Familie reichen) zu besorgen, eine einfache Hütte zu bauen und mit dem natürlichen Anbau von Lebensmitteln zu beginnen. Wir hätten dann alle ein schönes Leben, fernab von unterdrückerischen Sozialsystemen, politischen und wirtschaftlichen Mechanismen. Wir würden uns unserer wahren Daseinsbestimmung als Menschen nachkommen. Dabei würde sich unsere Zivilisation um 2 bis 3 Entwicklungsstufen erheben.

Das Buch: IN HARMONIE MIT DER NATUR ist im Pala – Verlag erschienen.

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Grow Biointensive Minifarming

Ein Teil des Projektgartens wird nach der Grow Biointensive Sustainable Minifarming Methode (GBM) gestaltet. Diese Methode wurde in Kalifornien (USA) von Alan Chadwick entwickelt. Aktuell wird die Forschung vom Team um John Jeavons fortgeführt.

Bei der GBM geht es darum einen so guten Boden aufzubauen und die Pflanzen so dicht zu setzen, dass man auf einer Beetfläche von ca. 370qm die Ernährung für eine Person für ein Jahr, sowie ein kleines Zusatzeinkommen durch den Verkauf von Lebensmitteln sicherstellen kann. Als Zeitaufwand kann man dafür etwa 100h veranschlagen, ohne dass auf teure Ackerbaugeräte und chemische Düngemittel zurückgegriffen werden muss. Einen Spaten, eine Grabegabel, eine Harke, eine kleine Handschaufel, einen Zollstock, eine Gießkanne, kleine Anzuchtkästen, eine Sichel zum Ernten sowie das Buch: „How to grow more vegetables“ von John Jeavons reichen vollkommen aus, um nach dieser Methode zu gärtnern.

 

Der große Teil der Beete (ca. 60%) wird mit Kompost- und Kohlenstoffpflanzen wie Roggen, Weizen, Dinkel, Bohnen, Luzerne, etc. bepflanzt. Die Früchte werden wenn möglich z.B. zu Brot weiterverarbeitet und der Rest der Pflanze wird kompostiert. Die Komposthaufen sind recht einfach anzulegen und werden dazu benötigt, einen sehr guten Boden aufzubauen. Als Nebeneffekt kann man mit dieser Methode preiswert Kohlendioxid aus der Luft im Boden sicher einlagern.

Ca. 30% der Anbaufläche ist den hochkalorischen Pflanzen wie Kartoffeln, Topinambur, etc. vorbehalten. Die restlichen 10% der Anbaufläche werden für Gemüse benutzt, um den Menschen mit Vitaminen und Mineralien zu versorgen. Eigenes Saatgut gewinnt man auf ca. 3% der Beetfläche.

In unserem Projektgarten geht es darum, diese Methode leicht auf ein wechselhaftes Klima zu modifizieren und in der Region weiter bekannt zu machen. Die Menschen sollen sehen können, dass auch kleine Flächen bedeutende und wirklich preiswerte Kaloriemengen erzeugen können. Daher kann man mit dieser Methode Geld für Lebensmittel sparen und sogar noch ein kleines Einkommen generieren, wenn man frische Lebensmittel z.B. in der Nachbarschaft verkauft. Ideal also auch für Menschen mit geringem Einkommen. Schwierigkeiten gibt es nur, mit den gewohnten Essgewohnheiten zu brechen.

 

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Rehabilitierung großer zerstörter Ökosysteme.

Zu Anfang möchte ich gern jedem die John Lius Filmdokumentation „Green Gold Documentary“ empfehlen auf die ich durch den Artikel „John Liu’s Green Gold Documentary – How the West (and East, North and South!) Could Be Won“ auf dem Blog des Permakultur Forschungsinstitut in Australien (PRI Australia) aufmerksam wurde:

Dieser Film wird auch auf der Konferenz Rio+20 gezeigt werden!

Ich habe im Anschluß an die Dokumentation und an die Erkenntnisse eines Vortrages von Rhamis Kent, den ich letztes Jahr nach meinem Permakultur Design Kurs auf der Internationalen Permakultur Konferenz in Jordanien kennengelernt habe (beides sehr sehens- bzw. lesenswert!) ein paar Überlegungen angestellt.

Gedanke 1: Im Rahmen des Loess Plateau Watershed Rehabilitation Project in China wurden über 11 Jahre von 1994 bis 2005 und dem Einsatz von 150 Millionen US-Dollar als Weltbankkredit 15,600 km² rehabilitiert. Wer es nicht glaubt, der sehe sich die oben verlinkte Dokumentation an!
Durch diese Projekt wurde u.a. 3,5 Millionen Menschen wieder Arbeit gegeben und das Leben von insgesamt 20 Millionen Menschen positiv beeinflusst. U.a. dadurch, dass sich durch die dort entstehenden Wälder Gewässer bilden konnten, die Flüsse speisen, von denen auch entferntere Regionen profitieren konnten. Im Übrigen wurden die 150 Millionen US-Dollar inklusive Zinsen zurückgezahlt!

Gedanke 2: Im Toten-Meer-Tal in Jordanien hat Geoff Lawton zusammen mit seiner Frau Nadja Lawton und weiteren Helfern das Permakultur Forschungsszentrum Jordanien gegründet. Das Tote-Meer-Tal gilt als die trockenste, salzigste und heißeste Gegend der Welt. Im folgenden Bild ist zu sehen, was mit Hilfe der Permakultur dort möglich war:

Photo © Craig Mackintosh, http://www.permaculture.org.au

Bildquelle: Photo © Craig Mackintosh www.permaculture.org.au

Gedanke 3: Die Sahara hat eine Fläche von 9 Millionen km². Es wären also 576 Projekte nach der Art des Loess Plateau Watershed Rehabilitation Projects notwendig, um die gesamte Sahara zu begrünen. Die Kosten dafür würden unter der Annahme gleicher Kosten in der Sahara bei 86 Milliarden US Dollar liegen. Die gesamte Fläche der durch menschliche Aktivitäten zerstörten Regionen beträgt 19 Millionen km². Dazu wären 1218 Projekte der Art des Loess Plateau Watershed Rehabilitation Projects nötig. Die Kosten hierfür wären 182,7 Milliarden US Dollar. Und man bedenke: das Loess Plateau Watershed Rehabilitation Project hat das Kapital erwirtschaftet – inklusive Zinsen!

Gedanke 4: Der Irak-Krieg hat bis 2008 616 Milliarden Dollar gekostet. Nehmen wir an das Ziel des Irak-Krieges wäre die internationale Stabilität gewesen. Was hätte den die Welt bitte besser stabilisieren können als ihre totole Befreiung von Wüsten und den von ihr ausgehenden Nöten? Von den Kosten der sogenannten Bankenrettung will ich gar nicht anfangen. Und zahlt uns der Krieg etwa Zinsen oder die Banken?

Bevor wir also den Award für die dümmste Spezies des Universum bekommen sollten wir loslegen! Und als ersten Schritt könnte man diese Idee verbreiten! John Liu hat eine Vision von einer Biomasse-Mulch-Industrie in den Bereichen der Welt, in denen die Ökosysteme noch funktionieren und einer Industrie der Rehabilitierung großer zerstörter Ökosysteme. Am Beispiel des Loess Plateau Watershed Rehabilitation Project sehen wir gut, dass sich das ökonomisch sehr wohl rentiert!

Worauf warten wir also noch?

Falls ihr Blogger seid und das Thema spannend findet, dann schreibt doch auch mal was hierüber oder mir ’nen Kommentar. Ich wäre auch interessiert an Fragen oder Gegenstimmen!

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Das Biotop mit Mensch

In Prisdorf soll inspiriert durch das Buch Gärtnern im Biotop mit Mensch: Das praktische Biogarten-Handbuch für ein zukunftsfähiges Leben von Gerda und Eduard Kleber ein zukunftsfähiger Garten entstehen.

Das Konzept der Zukunftsfähigkeit wird dabei so erklärt: „Gärtnern wird zukunftsfähig, wenn wir unser Verhalten an ethisch-ökologischen Grundsätzen orientieren, Ernteteilung praktizieren, Vielfalt zulassen, auch Wildkräuter und Insekten, und das Bodenleben vielfältig fördern.“

Die Notwendigkeit einer anderen Bewirtschaftung unserer Erde erfolgt aus den zusammenhängenden Krisen konventioneller Landwirtschaft. Daraus entwickelte das Ehepaar das Konzept des zukunftsfähigen Gartens und realisierte es im eigenen Biogarten, aus dem sie sich ganzjährig selbst ernähren.

© olv-verlag

Großen Wert gelegt wird auf ein intaktes Bodenleben, aktive Bodenpflege durch Mulchen und Gründüngung. Alle Handlungen werden auf Nützlichkeit für Tier, Insekt, andere Pflanzen und Mensch analysiert.

Wichtige Elemente sind dabei die Nutzung von mehreren Ebenen (Vertikal und Kübelgärten), Intensiv- und Extensivbänder, Mischkulturen und vor allem die O-L-G, Obstbaum-lebens-gemeinschaft.

In der O-L-G werden um einen zentral gepflanzten Obstbaum verschiedene Ringe aufgebaut. Ein innerer Kreis mit Mulch und verschiedenen Bodendeckern, ein Staudenring mit verschiedenen bodenverbessernden und bodenlockernden Pflanzen und später ein Ergänzungsring mit Sträuchern und Gemüse.

Das Buch folgt einem sehr praktischen Ansatz, enthält viele Tabellen, Rezepte, wunderschöne Illustrationen und ist sehr gut strukturiert. Das beste Gartenbuch das ich kenne.

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